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1947 SVP-Landesversammlung. Erich Amonn betont die Bedeutung der Rückkehr der abgewanderten Südtiroler.
Der Friedensvertrag der Alliierten mit Italien wird unterzeichnet. Das später als "europäische Lösung" bezeichnete Gruber-De Gasperi-Abkommen wird im Annex IV des italienischen Friedens-vertrages verankert. Artikel 85 des Vertrages bestimmt, dass die Annexe als integrierender Bestandteil des Vertrages anzusehen sind und dieselbe Bedeutung und dieselben Auswirkungen haben wie der Vertrag selbst. Das Abkommen läßt sich in der Folgezeit nur eingeschränkt realisieren. Südtirolbesprechung im BKA,AA. Desinteresse Grubers: "Die Arbeiten an dem österreichischen Staatsvertrag nehmen alle Leute voll in Anspruch.", es gibt keinen Brief an Italien wegen der unhaltbaren Lage in Südtirol und der Optantenfrage, wie gefordert.
Erste Gespräche in Wien zwischen dem italienischen Botschaftsrat Maurilio Coppini und den Legationsräten Kripp und Schöner, wegen Einleitung von Vorbesprechungen zur Optantenfrage.
SVP-Delegation mit Erich Amonn, Otto v. Guggenberg, Friedl Volgger und Josef Raffeiner kommt zu Gesprächen mit De Gasperi u.a. in Rom (14. - 25. April), der Autonomieentwurf vom Nov. 1946 wird überreicht, Uneinigkeit über das Autonomiegebiet. Die italienische Verfassunggebende Versammlung beschließt ohne Anhörung der Südtiroler die Errichtung einer "Region Trentino-Tiroler Etschland". Proteste der Südtiroler gegen den Zusammenschluß mit Trient bleiben wirkungslos.
In Rom beginnen die entscheidenden Gespräche über die Optantenfrage zwischen Innocenti, Sorrentino und Coppini und Minister Markus Leitmaier, Kripp und Schwarzenberg sowie Guggenberg, Tinzl, Gschnitzer und Karl Kunst.
Außerordentliche Landesversammlung der SVP in Bozen.
Mehrere hundert Demonstranten stürmen die Bozner Präfektur.
1948 Italien stellt mit der Inkraftsetzung der Verfassung die Südtiroler vor eine vollendete Tatsache, nachdem im Artikel 116 die Bildung einer Regionalautonomie Trentino-Alto Adige vorgesehen ist. Damit wird das Pariser Abkommens zumindest aus der Sicht der Südtiroler Interessen in einem seiner wesentlichen Punkte nicht erfüllt.
Amonn, Guggenberg und Raffeiner bei De Gasperi. Die Südtiroler können ihre Forderung nach offizieller Bezeichnung der Provinz mit "Südtirol" bzw. "Tirol an der Etsch" nicht durchsetzen. De Gasperi akzeptiert schließlich "Tiroler Etschland".
Die italienische Kammer erledigt mit großer Eile die 97 Artikel des Autonomiestatuts Trentino-Alto Adige, das Autonomiestatut tritt mit 14.3.1948 in Kraft.
Die Verfassunggebende Versammlung in Rom verabschiedet das Statut für die Region "Trentino-Tiroler Etschland" ("Trentino-Alto Adige"). Gleichzeitig wird das Optantendekret verabschiedet; es bildet die Grundlage für die Reoption (Rücksiedlung).
Der österreichische Ministerrat beschließt, nur jene Südtiroler, die um Rückoption angesucht haben, mit österreichischen Staatsbürgern gleichzustellen.
Regionalratswahlen. In Südtirol erhält die SVP die Mehrheit von 67,6 % und gewinnt 13 der 20 Sitze.
1949 Ende der Rückoptionsfrist. Abkommen zwischen Österreich und Italien über die Regelung des erleichterten Warenaus-tausches zwischen Tirol, Vorarlberg und Trentino-Tiroler Etschland ("Accordino").
1952 Gruber und De Gasperi unterzeichnen in Rom das österreichisch-italienische Kulturabkommen.
1954 Die Südtiroler Abgeordneten werden von Staatssekretär Oscar Luigi Scalfaroempfangen.
1955 Ab Mai: Die SVP schwenkt mit Unterstützung Nordtirols und mit Blick auf die "Schutzmacht" Österreich auf eine härtere Linie ein. Diese beginnt mit dem Rücktritt Hans Dietls aus dem Regionalausschuß. Die SVP verweigert die Zustimmung zum Regionalhaushalt, die Sprengstoffattentate beginnen.
Italienisch-österreichische Gespräche in Rom betreffend gegenseitige Anerkennung der akademischen Grade und Titel.
1956 Abkommen zwischen Österreich und Italien über die Anerkennung akademischer Titel und Grade.
1957 Januar: Attentate der Stieler-Gruppe
Friedl Volgger wird verhaftet.
10. SVP Landesversammlung, Wachablösung in der SVP; Silvius Magnago wird neuer Parteiobmann.
Prozeß gegen die "Pfunderer Burschen". Gegen die sieben Angeklagten werden insgesamt 113 Jahre, acht Monate und zehn Tage Kerkerstrafen verhängt.
Die größte Demonstration in der Geschichte Südtirols auf Schloß Sigmundskron. 35.000 Südtiroler protestieren gegen die bisherige Südtirolpolitik der italienischen Regierung. Die zentrale Forderung lautet: "Los von Trient!"
1958 Beginn der bilateralen Gespräche in Wien.
Unterredung zwischen Bundeskanzler Raab und Ministerpräsident Fanfani in Rom.
1959 Die italienische Regierung beschließt Durchführungsbestimmungen zum Volkswohnbau. Eröffnung des Andreas-Hofer-Gedenkjahres auf dem Reichriegler-hof bei Bozen. Außenminister Figl spricht das Thema Südtirol im Nationalrat in Wien an. Südtirolbesprechung in Innsbruck. Die SVP-Spitze fordert von Kreisky, auf der Herbstsitzung der UNO-Vollversammlung das Selbstbestimmungsrecht für Südtirol zu fordern; Kreisky spricht von einem "folgenschweren Beschluß" und kann die Südtiroler umstimmen. Es wird beschlossen, daß Kreisky das Südtirol-thema vor der UNO-Vollversammlung ansprechen soll. Kreisky spricht das Südtirolproblem erstmals vor der UNO an. Sondierungsgespräche im State Department. Die Gespräche verlaufen enttäuschend; die USA lehnen eine Vermittlerrolle ab und verweisen Österreich an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag.
1960 Der österreichische UNO-Botschafter Matsch übergibt das österreichische Begehren dem UNO-Generalsekretariat. Einstim-miger Beschluß des UNO-Lenkungsausschusses, die Südtirolfrage in die Tagesordnung der Generalversammlung aufzunehmen. Gleichzeitig Überweisung an die Politische Spezialkommission. Einstimmiger Entschließungsantrag der UNO-Vollversammlung (Resolution 1497): Wien und Rom werden aufgefordert, ihre Verhandlungen wieder aufzunehmen, um die Meinungsver-schiedenheiten über das Pariser Abkommen zu bereinigen und den Streit darüber beizulegen.
Silvius Magnago wird Landeshauptmann.
1961 März/April: Anschläge in Südtirol. Mai: Ergebnislose österreichisch-italienische Verhandlungen in Klagenfurt und Zürich; Sprengstoffanschläge. "Feuernacht": zahlreiche Sprengstoffanschläge auf Hochspannungsmasten. Juli: Weitere Anschläge. Vier Anschläge außerhalb der Provinz Bozen. Die Bundesregierung beschließt, die Südtirolfrage erneut vor die UNO zu bringen. Einsetzung der sog. Neunzehner-Kommission durch die italienische Regierung.
1962 Anschlag auf einen Masten der über das Stilfser Joch führenden Stromleitung. Die italienische Regierung ist grundsätzlich zur Fortsetzung der Verhandlungen mit Österreich bereit. Ein Sprengstoffanschlag auf dem Bozner Bahnhof richtet schwere Verwüstungen an. Italien hebt den Visumzwang für Österreicher auf. Sprengstoffanschläge auf den Bahnhöfen von Verona und Trient. Eine Bombe am Eingang der italienischen Gewerbeschule "Galileo Galilei" in Bozen kann entschärft werden.
1962-63 Zahlreiche Anschläge. Am 31.8. wird ein Carabiniere aus dem Hinterhalt angeschossen und schwer verletzt. Anschläge auch in Österreich. In Mailand beginnt der erste Südtirolprozeß (91 Angeklagte). Es ist der größte politische Prozeß der italienischen Nachkriegsgeschichte und dauert bis zum 16.7.1964.
1964 Treffen zwischen Kreisky und Saragat in Genf. Die Begegnung wird zur grundlegenden Wende in den bilateralen Beziehungen. Kreisky und Saragat einigen sich auf die Einsetzung einer österreichisch-italienischen Kommission, die Maßnahmen zur verbesserten Autonomie erarbeiten soll. Änderung der Bistumsgrenzen in Südtirol: Neue Diözese Bozen-Brixen. September/Oktober/November: Zahlreiche Attentate. Bilaterale Expertengespräche. In Mühlwald bei Taufers wird der Carabiniere Vittorio Tiralongo erschossen. In der Nacht vom 6.-7.09. wird Luis Amplatz von einem durch den italienischen Geheimdienst gedungenen Tiroler ermordet, Georg Klotz schwer verwundet. Gründung des "Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes". Abschließendes Treffen zwischen Kreisky und Saragat in Paris: Grundsätzliche Einigung.
1965 Bilaterale Geheimgespräche in London. Bundeskanzler Klaus und Ministerpräsident Moro kommen zu einem Geheimtreffen im Trentino zusammen. Am selben Tag Anschlag in Sexten: Durch ein Fenster in der Kaserne werden zwei Carabinieri erschossen. Feuergefecht am Reschen. Anschlag auf das Bürogebäude der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft ENEL in Lappach. Feuerüberfall auf einen Alpinistützpunkt auf dem Portjoch.
1966 Durch eine Sprengfalle an der Eingangstür des Schutzhauses am Pfitscher Joch findet der italienische Zollsoldat Bruno Bolognese den Tod. Bilaterale Geheimgespräche in London. Die Italiener bieten eine "interne Verankerung" an. Bilaterale Geheimgespräche in Montreux. Feuerüberfall in St. Martin im Gsiesertal; zwei Tote, ein Verletzter. Anfang August: Magnago zu Gesprächen in Rom. Bombenanschlag auf den Justizpalast in Bozen. Moro betont in einem Schreiben an Klaus die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen österreichischen und italienischen Sicherheitsbehörden zwecks Unterdrückung des Terrorismus. Sprengstoffanschlag auf das Büro der italienischen Luftfahrtgesellschaft "Alitalia" in Wien. 1. geheimer bilateraler österreichisch-italienischer "Antiterrorgipfel" in Zürich. Anschlag auf die Kaserne der Finanzwache auf der Steinalm in der Nähe des Brenners: drei Tote. Südtiroldebatte in der römischen Kammer. Magnago wird von Ministerpräsident Aldo Moro empfangen zwecks "Klarstellungen" zum "Paket". Anschlag auf das Alpini-Denkmal in Bruneck.
1967 Der SVP-Parteiausschuß billigt das Paket, auch wenn es nicht alle Befugnisse einer Autonomie enthält, unter der Bedingung einer "wirksamen internationalen Verankerung". Vier italienische Soldaten werden durch einen Anschlag auf der Porzescharte getötet. Die italienisch-österreichischen Beziehungen nähern sich dem "tiefsten Punkt seit dem Jahre 1945", wie Außenminister Toncic in einer Vorlage für den Ministerrat formuliert. Südtiroldebatte in der italienischen Kammer. Zwei weitere Terrorakte mit zwei Toten. Der SVP-Parteiausschuß verlangt erneut eine internationale Verankerung des Pakets. 1968 Toncic überreicht dem italienischen Botschafter Ducci ein Aide-mémoire, in dem die Kernfrage, was unter "Durchführung des Pakets" verstanden werden soll, beantwortet wird, nämlich "vollständige Verwirklichung einschließlich aller Durchführungs-instrumente". Bilaterale Geheimgespräche in Paris. Bilaterale Geheimgespräche in New York. Staatspräsident Saragat begnadigt vier "Pfunderer".
1969 Bilaterale Geheimgespräche in Genf. Die Außenminister Kurt Waldheim und Pietro Nenni einigen sich in Straßburg über den "Operationskalender". Die Außerordentliche SVP-Landesversammlung in Meran nimmt Paket und Operations-kalender mit knapper Mehrheit an. Zustimmung von Kammer und Senat in Rom.
1972 Neues Autonomiestatut, de facto Auflösung der Region; deren Kompetenzen werden von den Landtagen in Trient und Bozen übernommen.
1973 Die Provinz übernimmt die Verwaltung der Schulen.
1976 Proporzdekret tritt in Kraft.
31.03.1978 Beginn einer neuen Attentatswelle, die zehn Jahre anhält. Bei den Landtagswahlen erhält die SVP 93% aller Südtiroler Stimmen; Alexander Langer mit seiner "Neuen Linken" erstmals im Landtag (1995 Freitod Langers).
1981 Volkszählung
1985 Wahlerfolg des MSI bei den Gemeinderatswahlen; stärkste Partei in Bozen mit 11 Gemeinderäten.
1986 Beginn der Südtiroldebatte im römischen Parlament.
1987 Wahlerfolg des MSI bei den Parlamentswahlen; stärkste italienischsprachige Partei in Südtirol.
1989 Weitere Durchführungsbestimmungen treten in Kraft. Luis Durnwalder wird Nachfolger von Silvius Magnago als Landeshauptmann.
1991 Roland Riz wird Nachfolger von Silvius Magnago als SVP-Obmann. Abgeordnetenkammer in Rom genehmigt die Errichtung einer Sektion des Oberlandesgerichtes und des Jugendgerichts Trient in Bozen. SVP-Landesversammlung stimmt Paketabschluß zu.
1992 Der Ministerrat in Rom genehmigt weitere Durchführungsbestimmungen; Ministerpräsident Andreotti erklärt das Paket für erfüllt. Die UNO-Botschafter Italiens und Österreichs überreichen UNO-Generalsekretär Boutros-Ghali die "Streitbeilegungserklärung". Siegfried Brugger neuer SVP-Obmann.
1994 Wahlen in Italien; das Rechtsbündnis Forza Italia, Alleanza Nazionale (ehem. Neofaschisten) und Lega Nord bilden Regierung unter Silvius Berlusconi in Südtirol sieht man Gefahr für die Autonomie. Die Regierung in Rom beschließt Kürzung des Südtiroler Landesbudgets LH Durnwalder: "Noch nie dagewesener schwerwiegender Eingriff in die Landesautonomie". Seit 75 Jahren erste gemeinsame Sitzung der Landesregierungen von Nord- und Südtirol.
1995 In Brüssel Eröffnung eines "gemeinsamen Verbindungsbüros" des Bundeslandes Tirol und der autonomen Provinzen Bozen-Südtirol und Trient zur Europäischen Union.
1996 Erhebliche Stimmenverluste der SVP.
1997 Die Regierung Prodi entwickelt sich zur autonomiefreundlichsten italienischen Regierung seit 1945. Südtirol erhält zahlreiche neue Befugnisse (u.a. Straßen, Schul- und Hochschulwesen, amtliche Gleichberechtigung der deutschen Ortsnamen bzw. Abschaffung ungebräuchlicher italienischer Ortsnamen etc.) Der Landtagsabgeordnete Dr. Christian Waldner wird am Reichrieglerhof oberhalb von Bozen erschossen. Beschluß der SVP für die Errichtung einer "freien" Universität in Südtirol.
1998 Um 00:00 Uhr fallen am Brenner im Zuge des Schengener Abkommens die Grenzbalken zwischen Nord- und Südtirol. Die Brennergrenze kann ohne Personen- und Warenkontrolle überschritten werden. Gründung der dreisprachigen (Deutsch, Italienisch, Englisch) Universität Bozen. Landtagswahlen in Südtirol.

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