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Funde

Archäologische Kulturgüter

Die von Menschen hergestellten Dinge, deren Reste sich über Jahrhunderte im Boden erhalten haben, werden heute allgemeinen als archäologische Kulturgüter bezeichnet. Es handelt sich dabei um einzelne Gegenstände, Gebäudereste, Gräber, Heiligtümer, antike Verbindungswege oder sogar um uralte Schätze, die versteckt und nie mehr geborgen wurden. Fast täglich kommen deutende archäologische Funde unerwartet zum Vorschein - etwa durch die Bewegung einer Baggerschaufel an einer Baustelle. Das archäologische Kulturgut ist heute so gefährdet wie nie zuvor. Der Schutz der Bodendenkmäler ist auch in Südtirol ein besonders schwerwiegendes und dringliches Anliegen.

Die moderne archäologische Ausgrabung beruht auf den Prinzipien der stratigrafischen Methode und auf der Praxis einer sorgfältigen Dokumentation der Schichtenabfolge, der Strukturen und der zutage tretenden Funde. Der Großteil der Ausgrabung wird mit der Hand durchgeführt und zwar unter Zuhilfenahme kleiner Werkzeuge wie Kelle, Spachtel, Seziermesser oder Pinsel, je nach Empfindlichkeitsgrad und Erhaltungszustand der auszugrabenden Fundgegenstände.

Bruchstück einer Schale (frühe Eisenzeit: 10. - 8. Jh. v. Chr.)
Zu den bedeutendsten Ausgrabungen in der Provinz gehört jene der ausgedehnten spätbronzezeitlichen Siedlung im Bereich der Gärtnerei Gamberoni in Eppan. Erwähnenswert ist weiter die wichtige Ausgrabung einer ausgedehnten Siedlung in Layen, die sich zwischen der mittleren Bronzezeit und dem frühen Mittelalter am Fuße des Wasserbühels entwickelte. Hier sind, bei einer beachtlichen Siedlungskontinuität, alle archäologischen Epochen gut dokumentiert.
Von außergewöhnlicher Bedeutung ist der vor kurzer Zeit gemachte Fund eines kupferzeitlichen Figuren Menhirs aus der Grabung in Waidbruck. Roßlauf: Im Laufe der letzten Jahre wurden verschiedene Bereiche eines ausgedehnten landwirtschaftlich genutzten Gebietes mit angeschlossenen eisenzeitlichen und römerzeitlichen Gebäuden ausgegraben. Es wird hier ein Zeugnis einer Bodenbewirtschaftung dokumentiert, die zeitlich zwischen der Eisen- und der Römerzeit liegt. In Stufels werden die Untersuchungen der rätischen Siedlung mit zum Teil in den Hang eingetieften rätischen Häusern und späteren römerzeitlichen Gebäuden fortgeführt. Während der römischen Epoche bestand in Stufels wahrscheinlich eine an der Römerstraße gelegene Raststation. In Elvas haben weiträumige Bauvorhaben in den Ortschaften Kreuzwiese und Mooswiese zur Entdeckung zahlreicher Strukturen und bedeutender Kulturschichten geführt, die im wesentlichen von der mittleren Bronzezeit bis zur ausgehenden Römerzeit reichen. Unter den spätbronzezeitlichen Strukturen konnten ältere Begehungshorizonte nachgewiesen werden (Neolithikum, Kupferzeit und frühe sowie mittlere Bronzezeit). In Gufidaun wurden in jahrelanger akribischer Feinarbeit Mauerreste freigelegt und außerdem Keramikgefäße, Feuersteingeräte, Bronze- und Eisenobjekte sowie Schmuckutensilien entdeckt. Ein Beweis dafür, dass das heutige Siedlungsgebiet von Gufidaun und die umliegenden Gegenden bereits seit der Jungsteinzeit, aber auch in römischer und mittelalterlicher Epoche besiedelt waren. Das Gemeindegebiet von Völs ist – wie kaum ein anderes in Südtirol - sehr reich an archäologischen Funden. Villanders: Die Ausgrabungen haben einen ausgedehnten Bereich einer römerzeitlichen Siedlung ans Tageslicht gebracht - bestehend aus Ruinen von Herrschaftsgebäuden und anderen Bauten (1.-5. Jahrhundert. n. Chr.).
Diese Niederlassung folgte älteren urgeschichtlichen Siedlungsphasen. Der frühneolithische Horizont (5. Jahrtausend v. Chr.) gehört zu den bedeutendsten neolithischen Fundstätten des südalpinen Raumes. In Neumarkt wurde ein römerzeitliches Gebäude, eine Straßenstation aus dem 1.-3. Jahrhundert n. Chr., in ein zeitgenössisches Wohnhaus integriert und öffentlich zugänglich gemacht. Kiens - Meilenstein, der Carus und Carinus gewidmet war… Der Säulenstumpf wurde 1946 zwischen Kiens/Chienes und dem Kniepass ans Licht gebracht. Herr Plankensteiner hat ihn mit zwei Fragmenten von Meilensteinen ohne Inschrift (inschriftlos) während der Arbeiten auf dem Acker in der Nähe seines Hofes Ausserhof geborgen, wo einige Jahre zuvor eine Bronzemünze des Adrian (117 - 138 n. Chr.) gefunden worden war. Toblach – Meilenstein des Marcus Julius Philippus (Philippus II) … Dank eines glücklichen Zufalls wurde das Fundstück während der Restaurierung der Kapelle und dank eines Hinweises von Herrn Josef Strobl wurde das Fundstück wieder aufgefunden, und zwar wenige Meter von der Apsis entfernt, wo es sich durch die Jahrhunderte hindurch unter Erdhaufen erhalten hatte.


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