Südtirol war seit dem 1. Jh. n. Chr. ein römischer Herrschaftsbereich. Später gehörte es Odoaker, Theoderich, den Langobarden, den Karolingern und dem Heiligen Römischen Reich. Zu Beginn des 11. Jh. bildete sich das Fürstentum der Bischöfe von Brixen, Vasall des germanischen Reiches. Im Laufe des Mittelalters dehnten die Habsburger ihre Feudalbesitze auf dieses Gebiet aus. Im Jahre 1803 wurde das Fürstentum Brixen säkularisiert, es gehörte nun zum österreichischen Tirol. Im Jahre 1810 wurde Südtirol in das Regno Italico Napoleonico als «Departement Südtirol» eingegliedert, das ausser dem Trentino den südlichen Teil Südtirols umfasste. Nach dem Wiener Kongress (1815), der Europa nach dem endgültigen Fall Napoleons neu ordnete, fiel die gesamte Region unter die direkte Zuständigkeit Österreichs. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ging Südtirol an Italien und ab dem Jahre 1927 bildete es die Provinz Bozen. Die deutsch-italienische Allianz zwischen Mussolini und Hitler führte am 23. Juni 1939 zu einem Abkommen über die Umsiedlung der deutschsprachigen Bevölkerung.
Nach den Ereignissen, die den Zweiten Weltkrieg abschlossen, versicherten die in Paris am 5. September 1946 zwischen De Gasperi und Gruber unterschriebenen Verträge Südtirol eine umfassende autonome Verwaltungsbefugnis zum Schutze der deutschsprachigen Bevölkerung zu. Man respektierte damit eine besonders empfundene Grenzkultur, deren historische Geschicke zu einem grossen Teil zu der Verfestigung der in jeder sozialen Schicht befolgten Traditionen beigetragen haben.
Zahlreiche Kunst- und Kulturdenkmäler erzählen aus einer bewegten Geschichte dieses alten Kulturlandes. Kelten, Räter, Römer, Langobarden, Franken und Bajuwaren hinterließen hier ihre Spuren. Prähistorische Siedlungsstätten, Wallburgen, römische Ruinen und romanische, gotische und barocke Kunstdenkmäler erinnern an verschiedene geschichtliche Epochen und Blütezeiten.
Seit Jahrtausenden führen wichtige Handelswege und Verbindungsstraßen über die Via Claudia Augusta, welche die Römer vor über 2000 Jahren errichtet hatten. Auf dieser Route, die von der Adria bis nach Donauwörth in Deutschland reicht, gelangten sie leicht über den Alpenhauptkamm nach Norden, was für die Ausweitung des Weltreichs große Bedeutung hatte. In Südtirol nahm die Zahl der römischen Siedlungen zu, und die Bevölkerung wurde allmählich christianisiert. Nach dem Untergang des Römischen Reiches herrschte viel Unsicherheit im Lande. Die Rätoromanen wurden von Bajuwaren, Langobarden und Franken, sowie von Slawen bedroht und besiegt. Sie waren germanisiert worden und gehörten dem Reich des Frankenkönigs Karls des Großen an. Nur kleine Teile der Bevölkerung hatten sich in entlegene Gebirgstäler zurückgezogen und blieben rätoromanisch.
Im Mittelalter kam Südtirol als Schnittpunkt der germanischen und lateinischen Welt zu echter Blüte. Viele der Burgen hatten eine ausgesprochen strategische Bedeutung. Obgleich im Laufe der Zeit einige Burgen verkamen und zu Ruinen verfielen, sind eine Vielzahl von imposanten Schlössern, wehrhaften Burgen und herrschaftlichen Ansitzen aus vergangenen Zeiten noch gut erhalten.